Kreistag will Heiligenstädter Bahnanbindung verbessern

  • Für mehr Expresshalte in Silberhausen hat sich der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen. Foto: René Weißbach Für mehr Expresshalte in Silberhausen hat sich der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen. Foto: René Weißbach
Mit breiter Mehrheit hat der Kreistag einem Antrag der SPD-Grüne-Fraktion zugestimmt, wonach Landrat Werner Henning (CDU) beauftragt wird, sich bei den zuständigen Stellen des Freistaates Thüringen mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die Eichsfelder Kreisstadt Heiligenstadt besser an die Bahnverbindungen angebunden wird.
Eichsfeld. Darüber hinaus soll er fordern, dass ab dem nächsten Fahrplanwechsel alle auf der Strecke Leinefelde-Erfurt verkehrenden Personenzüge in Silberhausen halten.

Michael Hoffmeier , Fraktionsmitglied von SPD-Grüne, nannte es nicht hinnehmbar, dass die Kreisstadt abends von Erfurt nicht mehr erreichbar sei. Alle Linien, die bis Leinefelde führen, sollten bis Heiligenstadt verlängert werden. Auch, dass in Silberhausen nicht mehr alle Regionalexpresslinien halten, kritisierte er. Dort sei der Ursprung in einer einstigen Baustelle auf der Strecke gewesen. Weil bei Dachrieden seinerzeit langsamer gefahren werden musste, hatte man den Halt in Silberhausen ausgespart, um die verloren gegangene Zeit wieder hereinzuholen. Hoffmeier monierte, dass damals versprochen worden sei, dass nach Ende der Bauarbeiten alle Züge wieder in Silberhausen halten. Dieses Versprechen sei bis heute nicht eingelöst worden.

Landrat Werner Henning nannte hingegen die derzeit im Landkreis bestehenden Zugverbindungen "durchaus respektabel". Er verwies in seinem Statement zum Antrag auf Neuerungen, die für das Jahr 2014 vorgesehen seien. Beispielsweise solle eine derzeit bestehende Regionalbahnlinie zwischen Kassel und Erfurt 2014 durch eine Expresslinie ersetzt werden und sei geplant im Jahr 2014 eine durchgehend zweistündliche Verbindung zwischen Erfurt und Heiligenstadt (durch einen Anschluss an die Regionalexpresslinie 9 in Leinefelde) zu ermöglichen.

Für den Bahnhof Silberhausen nannte er die Forderung nach einem zusätzlichen Halt morgens und abends realistisch. Alles andere würde Begehrlichkeiten beispielsweise bei den Nachbarn in Friedland wecken, die nicht bedient werden könnten. Henning versicherte, sich im Sinne des Antrages dafür einzusetzen - auch über die bisher aus Erfurt für 2014 gemachten Zusagen hinaus.

Gerade am Bahnhof Silberhausen scheiden sich seit jeher die Geister. Dingelstädts Bürgermeister Arnold Metz (CDU) sieht in ihm den Verbindungsbahnhof ins Südeichsfeld - das Einzugsgebiet liege noch weit außerhalb der beiden Verwaltungsgemeinschaften Dingelstädt und Westerwald. Das Kreistagsmitglied verwies auch darauf, dass die Bedeutung des Silberhäuser Bahnhofes für Radwanderer enorm zugenommen habe. Mehr und mehr werde er als Einstiegsstelle für Touren auf dem Unstrutradweg genutzt. Allein im Jahr 2011 sei dieser Radweg nach Angaben von Arnold Metz von mehr als 70.000 Radfahrern genutzt worden - Tendenz steigend.


Fabian Klaus / 13.07.12 / TLZ
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Kommentare
13.07.12 - 10:02
Vera Tellschow ehemals aus Heiligenstadt
Heiligenstadt und Dingelstädt lagen und liegen am A. der Welt. Das wird sich nie ändern. Den "Katoliken-Express Leinefelde-Erfurt gibt es schon ewig. Es ist nur schwierig ihn zu erreichen, wenn man in Heiligenstadt abfährt, ist man auf gut Glück angewiesen, ihn zu erreichen, wenn in Leinefelde ausgestiegen wird, ist es umgekehrt nicht viel anders. Meine Erfahrungen aus den 60er Jahren sind heute bestimmt noch aktuell. Ansonsten ist es immer noch so "Eichsfelder mit Kisten und Kasten hinten einsteigen!"
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